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Zahlen und Einschätzungen zu Palfinger, FACC, Uniqa, News von Immofinanz, Research zu Strabag

Der Kran- und Hebelösungen-Anbieter Palfinger, der in diesem Jahr sein 90jähriges Firmenjubiläum feiert, hat das abgelaufene Jahr mit Rekordzahlen abgeschlossen und will auch eine Rekord-Dividende ausschütten. Der Umsatz liegt bei 1,84 Mrd. Euro (vs. 1,53 Mrd. in 2020), das EBIT bei 155 Mio. Euro (vs. 100,3 Mio. Euro in 2020) und der Gewinn bei 86,6 Mio. Euro (vs. 49,8 Mio. Euro in 2020). Es soll eine Dividende in Höhe von 0,77 Euro je Aktie vorgeschlagen werden (für 2020: 0,45 Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 peilt Palfinger einen Umsatz von 2,0 Mrd. Euro an. Davon sind 6,5 Prozent aus Preiserhöhungen zu erwarten, wie CFO Felix Strohbichler bei der Pressekonferenz erklärte. Für das 2. Halbjahr 2022 erwartet Palfinger positive Effekte durch Preiserhöhungen und eine Kompensation des angekündigten EBIT-Rückgangs des 1. Halbjahres 2022. Mittelfristig setzt sich der Konzern bis 2024 das Ziel, einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro aus organischem Wachstum, einen ROCE von 12 Prozent und eine EBIT-Marge von 10 Prozent zu erreichen. 2030 soll die Umsatzmarke von 3,0 Mrd. Euro erreicht werden. Seitens CEO Andreas Klauser wird angesichts dieser Prognose das Jahr 2022 nicht das einzige sein, in dem Palfinger wachsen wird. Die Auftragsbücher sind voll und reichen bis ins Q3, in manchen Bereichen, wie etwa im Rail-Bereich, sei man bereits ausverkauft. Insgesamt setzt Palfinger beim Wachstum mitunter auf Innovationen, das Anbieten von Lösungen für die Kunden, auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie auf starke Partnerschaften. "Wir sehen insgesamt viel Potenzial in den Produktlinien und Regionen", gibt sich Klauser zuversichtlich. Hinsichtlich M&A sieht man derzeit "nichts Großartiges am Schirm", man rechnet aber mit etwaigen Gelegenheiten, wenn die Covid-Maßnahmen auslaufen.

Seitens der Raiffeisen Analysten heißt es zu den Palfinger-Zahlen: "Palfinger konnte umsatzseitig in 2021 vollauf überzeugen und die Erwartungen übertreffen. Allerdings machte sich der Margendruck im Q4 deutlich bemerkbar. Betrachtet man Q4 isoliert, zeigt sich der Margendruck deutlich. Bei einem Umsatzanstieg von 17 Prozent auf 504 Mio. Euro blieb das EBIT stabil bei 30 Mio. Euro, wobei darin noch ein positiver Einmalertrag aus der Auflösung der Kreuzbeteiligung mit Sany von rund 14 Mio. Euro enthalten war. Die Finanzziele für 2022 entsprechen unseren Erwartungen."

Die FACC AG hat das Geschäftsjahr 2021 mit einem Umsatz von 497,6 Mio. Euro (2020: 526,9 Mio. Euro) und einem operativen EBIT von 4,3 Mio. Euro (2020: -74,4 Mio. Euro, inkl. Sondereffekte) abgeschlossen. Das positive operative Ergebnis wird, wie bereits angekündigt, durch einen außerordentlichen Einmaleffekt aus der Entscheidung eines Londoner Schiedsgerichts belastet, inklusive Einmal-Effekt liegt das EBIT bei -25,1 Mio. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr wird eine Erhöhung des Umsatzes von ca. 10 Prozent erwartet. Das geplante EBIT wird sich entsprechend positiv entwickeln und im niedrigen zweistelligen Euro-Millionenbereich liegen.

Für die Analysten der Baader Bank sind die heute vorlgelegten vorläufigen Zahlen der FACC AG "im Einklang mit den Indikationen nach den Q3-Zahlen", wie sie in einer ersten Einschätzung betonen. Aufgrund einmaliger Belastungen in Höhe von 29,4 Mio. Euro im Zusammenhang mit einem verlorenen Rechtsstreit mit einem Lieferanten (Ad-hoc-Meldung am 9. November) entspreche das ausgewiesene EBIT mit -25,1 Mio. Euro den jüngsten Konsenserwartungen. Der Free Cashflow von 70,5 Mio. Euro für 2021 ist laut den Baader-Analysten "stark". FACC erwartet für 2022 ein Umsatzwachstum von ca. 10 Prozent und ein EBIT im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. "Dieser Ausblick ist optimistischer als die Angaben des Unternehmens im Herbst 2021 und spiegelt höhere Produktionsraten für die Airbus 320-Familie und gute Geschäfte mit Geschäftsflugzeugen wider", kommentieren die Analysten. Sie stufen die Aktie derzeit mit Reduce und Kursziel 8,50 Euro ein.

Die gesamten verrechneten Prämien der Uniqa stiegen im Jahr 2021 um 14,2 Prozent auf 6.358,0 Mio. Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 137,4 Prozent auf 588,0 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 382,3 Mio. Euro (2020: 57,1 Mio. Euro).  „Wir blicken auf ein ausnehmend erfolgreiches Jahr 2021 mit einem exzellenten Geschäftsverlauf, einer sehr zufriedenstellenden Profitabilitätsentwicklung und guten Ergebnissen in der Veranlagung zurück. Trotz außerordentlich hoher Belastungen aus Großschäden und Naturkatastrophen von über 300 Mio. Euro vor Rückversicherung konnten wir unsere Combined Ratio auf 93,7 Prozent verbessern und unseren Wachstumskurs, insbesondere durch die erfolgreich abgeschlossene Integration der ehemaligen AXA-Gesellschaften in CEE, fortsetzen“, kommentiert CEO Andreas Brandstetter. Der Vorstand wird der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 55 Cent je Aktie – 2019 und 2020 waren es jeweils 18 Cent je Aktie – vorschlagen, "wodurch wir wieder an die Vor-Corona-Zeit und das Niveau des Geschäftsjahres 2018 mit 53 Cent je Aktie anknüpfen“, so Brandstetter. Im Jahr 2022 rechnet der Versicherungs-Konzern mit unveränderten bzw. steigenden Prämien und geht von einer Combined Ratio in etwa auf dem Niveau von 2021 aus.
 
In einer Kurzmitteilung zu den Uniqa-Zahlen meinen die Raiffeisen-Experten: "Das Vorsteuerergebnis iHv. EUR 382 Mio. liegt signifikant über den Erwartungen, vor allem aufgrund von Anlagengewinnen. Der Ausblick für 2022 von unveränderten oder steigenden Prämien und einer flachen Kostenquote klingt vorsichtig. Eine Dividende von 0,55 Euro überrascht positiv."

Die Immofinanz baut gemeinsam mit AMIC Energy und der Verbund-Tochter Smatrics das Angebot an E-Ladestationen an allen Stop Shop Standorten in Österreich aus. Aktuell können die E-Tankstellen an den zwei Stop Shop-Standorten Simmering und Stadlau genutzt werden. Der Ausbau des Angebots ist an den insgesamt 13 Stop Shops in Österreich ist laut Immofinanz im Gange. Apropos Immofinanz: Die Schweizer UBS hält per 21. Februar über verschiedene Gesellschaften, sowie direkt und über Finanzinstrumente,  in Summe 4,36 Prozent an der Immofinanz, wie mitgeteilt wurde. 

Research: Die Analysten von Raiffeisen Research bestätigen die Kauf-Empfehlung für Strabag und erhöhen das Kursziel von 48,0 auf 51,5 Euro. BNP Paribas Exane bleibt bei Erste Group auf Neutral und erhöht das Kursziel von 45,0 auf 45,8 Euro. Jefferies bestätigt OMV mit Kaufen und erhöht das Kursziel von 61,0 auf 62,0 Euro.

Reingehört bei Wienerberger: "Beim Bau spielt das Wetter eine große Rolle und wir hatten in vielen Märkte auch noch im Dezember recht mildes Wetter. Die Baufirmen konnten bauen und haben sich auch mit Produkten eingedeckt", erklärt Wienerberger-CEO Heimo Scheuch mitunter die besser als erwarteten Zahlen. Die Lagerstände sind bei Wienerberger rückläufig, die Kapazitäten gut ausgelastet. Um alle Kunden befriedigen zu können, ist aber eine gute Planung notwendig. "Wir agieren als Partner und versuchen mit den Kunden auf Monate voraus zu planen." Wichtig ist dem CEO, dass das Bauen, Renovieren und Sanieren leistbar ist. "Wir arbeiten sehr nachhaltig und sind hier auf gutem Weg", so Scheuch gegenüber boersenradio.at. Er setzt auch weiterhin auf gezielte und ergänzende Akquisitionen um die Kernmärkte weiter zu stärken.

Wir gratulieren: Bei unserem Partner Börsenradio Network AG gibt es Grund zu feiern. Zum einen wurden seit Gründung in 1999 mittlerweile über 40.000 Interviews mit Vorständen und Experten durchgeführt, zum anderen überspringt die Zahl der Podcast-Abonnenten im Jänner die Marke von 100.000 und ist Ende Februar sogar schon bei 120.000 Abonnenten angekommen. Vorstand Peter Heinrich: "Ich freue mich, dass zufällig diese beiden Ereignisse zusammentreffen. Wir selber bezeichnen uns  ja gerne als Podcast-Fabrik im Finanzbereich.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von boerse-social.com

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