"Cash is king", betonte Semperit-CFO Helmut Sorger, denn auf einen Free Cash Flow in Höhe von 45,8 Mio. Euro (+74 Prozent) könne man nicht nur stolz sein, sondern habe damit auch Spielraum für weiteres Wachstum. Dieses soll in erster Linie organisch erfolgen. Zwar werde das 1. Halbjahr 2025 noch schwierig, für das 2. Halbjahr habe man aber bereits "ein besseres Gefühl", hieß es bei der Bilanzpressekonferenz. Rückenwind für die nächsten Jahre könnte etwa das Milliarden-Infrastrukturpaket aus Deutschland bringen. Immerhin sind Semperit-Produkte sowohl in den für Infrastrukturprojekte benötigten Baumaschinen (zB Hydraulikschläuche etc.) bis hin zu den Fenstern bei Immobilienprojekten (Dichtungsprofile) und noch vielen weiteren Produkten des industriellen Alltags (Schläuche, Förderbänder..), aber auch privaten Alltags (Ski, Rolltrepenhandlauf, Duschköpfe etc.) vertreten. Auch der zuletzt immer wieder medial aufgeflammte Abbau von Seltenen Erden bzw. Rohstoffen kann mit Semperit-Produkten stattfinden (Stichwort "Belts"). Für organisches Wachstum sei man jedenfalls, was sowohl Kapazitäten als auch Innovationen anbelangt, gut gerüstet. Nicht ausgeschlossen wird seitens des Vorstands aber auch der eine oder andere „günstige“ Zukauf, wie es bei der Pressekonferenz hieß. Weitere Effizienz und Kosteneinsparungen werden vom groß angelegten IT-Projekt oneERP erwartet. Dabei geht es um Digitalisierungs-Projekte in sämtlichen Organisations-Bereichen. Insgesamt erwartet man sich im laufenden Jahr Einsparungen von ca. 5 bis 10 Mio. Euro. Seit 2023 hat Semperit bereits 18,4 Mio. Euro eingespart. Einen Einblick in die Zahlen für 2024 gab Semperit bereits vor wenigen Tagen. Wie berichtet, konnte die EBITDA-Guidance (80,0 Mio. Euro) mit 84,9 Mio. Euro übertroffen werden. Die EBITDA-Marge konnte vor allem aufgrund des Sparprogramms um 2,3 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent gesteigert werden. Der Umsatz blieb mit 676,6 Mio. Euro (-0,8 Prozent) nahezu stabil. Das Ergebnis nach Steuern drehte auf +11,5 Mio. Euro, nach -17,1 Mio. Euro im Jahr 2023. Der Hauptversammlung wird eine stabile Dividende von 0,5 Euro je Aktie vorgeschlagen. Für das laufende Jahr wird ein operatives EBITDA in einer Bandbreite von 70 Mio. Euro bis 90 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Beim unteren Wert in Höhe von 70 Mio. Euro bezieht man sichi auf das schwache 1. Quartal 2025 (Anm.: für das 1. Quartal wird ein EBITDA-Rückgang von rund 50 Prozent erwartet), bei den oberen Werte gehe man davon aus, dass der Markt "mithilft", so die Vorstände. Das Mittelfristziel, wonach das operative EBITDA im Geschäftsjahr 2026 auf rund 120 Mio. Euro steigen soll, wird bestätigt.
Verbund hat Zahlen für 2024 präsentiert: Die Umsatzerlöse gingen von 10.449,5 Mio. Euro auf 8.244,6 Mio. Euro zurück. Das EBITDA sank gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 22,5 Prozent auf 3.480,3 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verringerte sich um 17,2 Prozent auf 1.875,3 Mio. Euro, das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis lag mit 1.975,5 Mio. Euro um 24,5 Prozent unter dem Wert der Vergleichsperiode. In der Hauptversammlung am 29. April 2025 wird eine ordentliche Dividende von 2,80 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024 vorgeschlagen. (Anm: Für 2023 wurde eine Dividende von 3,40 Euro pro Aktie sowie eine Sonderdividende von 0,75 Euro pro Aktie also insgesamt 4,15 Euro pro Stuckaktie ausgeschüttet). Positiv auf die Ergebnisentwicklung habe sich laut Verbund die deutlich überdurchschnittliche Wasserführung ausgewirkt. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,09 um 11 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres und um 9 Prozentpunkte über dem langjährigen Durchschnitt. Deutlich negativ auf die Ergebnisentwicklung wirkten die für die Berichtsperiode relevanten stark gesunkenen Terminmarktpreise auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein EBITDA zwischen rd. 2.700 Mio. Euro und 3.300 Mio. Euro und ein Konzernergebnis zwischen rd. 1.350 Mio. Euro und 1.750 Mio. Euro erwartet. Bekanntlich will die neue Regierung, neben den Bankengewinnen, auch jene der Energiewirtschaft abschöpfen. Laut Verbund heißt es dazu: "Auf Basis des derzeitigen Informationsstands sowie abhängig von der Entwicklung der Strompreise, der Erzeugungskoeffizienten (Wasser, Neue Erneuerbare) und der Investitionsanrechnung wird bei Verbund von einer Gewinnabschöpfung in der Bandbreite von 50 bis 100 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2025 ausgegangen. Dieser Betrag findet in dem oben angeführten Ausblick für das Geschäftsjahr 2025 Deckung." Seitens der Analysten von Raiffeisen Research heißt es zu den Verbund-Zahlen: "Trotz eines herausfordernden energiewirtschaftlichen Umfelds wurden die Gewinnerwartungen übertroffen. Auch die Umsätze liegen über der Marktprognose von 7,77 Mrd. Euro."
Anleihe: Das Südbahn Hotel am Semmering begibt eine Wandelanleihe. Die Südbahnhotel GmbH rund um Eigentümer Christian Zeller wird das Hotel wieder "zu alter internationaler Strahlkraft führen," heißt es. Im Zuge der Revitalisierung des Südbahn-Hotels wird eine dazugehörige Wandelanleihe begeben. "Diese ist an der Wiener Börse einbezogen und handelbar. Die 6 % Südbahnhotel nachrangige Anleihe 2025 - 2035 bietet neben den jährlichen Zinsen von 6% zusätzlich 1% Wertsteigerung pro Jahr", wie das Unternehmen mitteilt.
Bei der Österreichischen Post laufen die Vorbereitungen für die Wien-Wahl 2025 auf Hochtouren. Bis zu 70 Prozent aller beantragten Wahlkarten lassen sich die Wiener*innen per Post schicken, insgesamt wird seitens der Post mit rund 250.000 Sendungen gerechnet. CEO Walter Oblin: „Die Briefwahl ist ein wichtiges Instrument einer funktionierenden Demokratie in Österreich. Sie ermöglicht eine flexible und bequeme Stimmabgabe, bei der jeder Briefkasten ums Eck zur Wahlkabine wird. Als Österreichische Post sind wir stolz darauf, diesen demokratischen Prozess zu unterstützen und sicherzustellen, dass jede abgegebene Stimme zählt.“
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