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Porr trotzt Baukrise mit steigenden Gewinnen

27.03.2025, 13:14:00

Konzernergebnis erhöhte sich 2024 gegenüber 2023 um rund 15 Prozent auf 109 Mio. Euro - Konzept für das Schaffen von leistbarem Wohnraum wird bald vorgestellt

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Zitate und Details nach der Bilanzpressekonferenz
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Der heimische Baukonzern Porr hat seine Gewinne im
abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Wirtschaftskrise und Flaute in der
Baubranche insgesamt ausbauen können. Unter dem Strich blieben 2024
knapp 109 Mio. Euro - um fast 15 Prozent mehr als im Jahr davor. "Es
war nicht einfach, wir schauen aber optimistisch in die Zukunft",
sagte Konzernchef Karl-Heinz Strauss am Donnerstag in der
Bilanzpressekonferenz. Im Wohnbau gebe "erste zarte Pflänzchen der
Hoffnung" auf eine Erholung.
"Der Wohnbau springt zart an, sowohl in Deutschland als auch in
Österreich - da werden wir sehr gerne unseren Beitrag liefern und
leisten", hielt Strauss fest.
500 Mrd. Euro für Infrastruktur in Deutschland
Anlass zu Zuversicht gibt auch das in Aussicht stehende 500 Mrd.
Euro schwere Paket für Infrastrukturinvestitionen in Deutschland.
"Es ist ein motivierendes Paket und wenn wir dort eine neue
Regierung haben und das dann beschlossen wird, wird das auch so
kommen - es ist auch notwendig, speziell in Westdeutschland", sagte
der Konzernchef. "Die Porr ist eines der ersten Unternehmen, quer
über alle Themen, das hier profitieren wird", erwartet Strauss.
Die hierzulande neue schwarz-rot-pinke Regierung hat seiner
Meinung nach "ein ordentliches Regierungsprogramm" vorgelegt. "Wir
haben gutes Vertrauen, dass alle versuchen die Wirtschaft
anzutreiben, man muss einfach den Zündfunken finden - eine kleine
Aufbruchstimmung wäre schon nötig", so Strauss.
Erste Anzeichen einer Entspannung im Wohnbau
Der Porr-Chef hatte in der Vergangenheit wiederholt vermerkt,
dass es keine Baukrise gebe, sondern dass es sich genau genommen um
eine Wohnbaukrise handle. Hier ortet er nun erste Anzeichen einer
Entspannung, bei den Gemeinnützigen sei dies seit November 2024 zu
beobachten.
Die gemeinnützigen Bauträger würden nun ihre seit einiger Zeit
ruhenden Bauvorhaben angehen und hätten diese "jetzt in die
Ausführung geschickt".
Neues Konzept für das Bauen leistbaren Wohnraums
Angesichts der starken Nachfrage nach günstigerem Wohnraum
entwickelt die Porr "ein Konzept für leistbares Wohnen". Das wird
laut Strauss im zweiten Quartal, also demnächst, vorgestellt. "Wir
werden ab Sommer 2025 Wohnbau unter 2.000 Euro Herstellungskosten
(pro Quadratmeter, Anm.) anbieten", kündigte der CEO an. Dabei könne
der Konzern bis zu sechs Stockwerke hoch bauen. "Die Porr hat nicht
die Absicht ins Development zu gehen - das wird die UBM machen",
betonte Strauss. Die Porr werde das ihren Kunden zur Verfügung
stellen.
Von der Krise am Bau konnte sich die Porr bisher ganz gut
abkoppeln, da sie zuletzt nur 8 Prozent der Produktionsleistung im
schwächelnden Wohnbau erzielte - in früheren Zeiten habe der Anteil
bis zu 15 Prozent erreicht. 2024 nahm die Bauleistung des Konzerns
gegenüber dem Jahr davor um 2,6 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro leicht zu.
Österreichs zweitgrößter Baukonzern hinter der Strabag beschäftigte
2024 im Schnitt insgesamt 21.228 Beschäftigte - um 563 mehr als im
Jahr davor (plus 2,7 Prozent).
Der geplante Kauf des Kerngeschäfts des österreichischen
Gesundheitskonzerns Vamed durch ein Konsortium der Baukonzerne
Strabag und Porr verzögert sich weiterhin. "Der Deal hängt noch in
den Seilen, bis wir die Genehmigung aus Brüssel erhalten", erklärte
Strauss. Das dürfte noch dauern. Denn Mitte März war die Transaktion
noch nicht formell bei der EU-Kommission angemeldet, wie eine
Sprecherin der APA bestätigt hatte.
Aufrüstung und Wiederaufbau
Der Ausblick der Porr auf das Geschäftsjahr 2025 ist verhalten
positiv. "Wir sind optimistisch, wir sind zuversichtlich, wir
schauen sehr vorsichtig nach vorne", so der Konzernchef, der ein
"moderates Wachstum" erwartet. Auftragsimpulse sollten dabei unter
anderem auch aus der europäischen Nachrüstungsoffensive kommen, denn
auch das Militärwesen brauche Infrastruktur, rechnet Strauss hier
mit zusätzlichen Aufträgen.
Im Gegensatz zu einer ganzen Reihe anderer Baufirmen wird sich
der Konzern laut Strauss nicht in den Wiederaufbau der Ukraine
einklinken und dabei Geschäfte machen. "Die Ukraine ist kein Markt
für die Porr - wir haben keine russischsprachigen Kolleginnen und
Kollegen, wir kennen den Markt nicht", hielt Strauss fest. "Mögen
alle in die Ukraine gehen, dann bleibt in unseren Märkten mehr
Platz", fügte er hinzu. Die Porr ist auf sieben europäischen
"Heimmärkten" aktiv - dazu zählen allen voran Österreich,
Deutschland und Polen. Hinzu kommen einzelne Projektmärkte.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0451-25, 88 x 100 mm)
  kre/tpo/pro
 ISIN  AT0000609607
 WEB   http://www.porr-group.com


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Quelle: APA