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Erster Arbeitstag in der Produktion von KTM im Innviertel planmäßig

17.03.2025, 15:52:00

Insolvenz aber noch nicht überstanden - Investorensuche läuft - "Tag der Hoffnung" für Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer (ÖVP)

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Neufassung nach erstem Produktionstag
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Der erste Arbeitstag im Produktionsbereich
des Motorradherstellers KTM in Mattighofen (Bezirk Braunau) nach
Anmeldung der Insolvenz ist am Montag planmäßig verlaufen. Nach
dreimonatigem Stillstand wurde vom frühen Morgen bis zum Nachmittag
wieder in der Fertigung gearbeitet. Das Hochfahren im
Einschichtbetrieb sei somit wie vorgesehen angelaufen, die
Produktion erfolge Schritt für Schritt, hieß es vom Unternehmen.
Zuerst stehen alltägliche Tätigkeiten der Motorradproduktion -
Warenanlieferung und -inspektion, diverse Vormontagen, Start des
Muster- und Prototypenbaus an. Auch die gesamte globale Lieferkette
muss wieder aktiviert werden. Die ersten Motorräder dürften dann ab
Donnerstag vom Band laufen. Eine Vollauslastung will man innerhalb
von drei Monaten erreichen. Weitere Details, etwa wie viele der
Arbeiter bereits ins Werk zurückgekehrt sind, werde es vom
Unternehmen nicht geben, so ein Sprecher.
Weiter Suche nach Investor
Ganz überstanden ist die Insolvenz noch nicht: Der Sanierungsplan
wurde von den Gläubigern zwar angenommen und eine erste Geldspritze
von 50 Mio. Euro des indischen Miteigentümers Bajaj ermöglichte das
Hochfahren des Werks. Bis Ende März sind aber noch weitere 100 Mio.
Euro nötig, um den Betrieb im April und Mai zu sichern. Die
30-prozentige Gläubigerquote - insgesamt 600 Mio. Euro - muss bis
23. Mai ausbezahlt werden. Für Letzteres braucht es aber einen
Investor. Dazu läuft ein geordneter Suchprozess, bei dem es mehrere
Interessenten geben soll.
Zwar sickerten zuletzt immer wieder Namen durch, wie etwa Stephan
Zöchling, Miteigentümer des Auspuffherstellers Remus und neuer
Aufsichtsratschef der KTM-Mutter Pierer Mobility, oder BMW - der
Autobauer hat sich jedoch offenbar bereits wieder aus dem Rennen
genommen. Wirklich belastbare Informationen dazu gibt es aber nicht.
Nur so viel: Es gebe "großes Interesse" und alle Interessenten, die
noch im von der Citibank geführten Prozess verblieben seien, hätten
Interesse am Erhalt des Standorts, hatte KTM-CEO Gottfried
Neumeister nach der Annahme des Sanierungsplans durch die Gläubiger
versichert. Wer auch immer zum Zug kommt, wird noch
kartellrechtliche Genehmigungen abwarten müssen. Bis zur Freigabe
könnte man also auf Fremdkapital angewiesen sein. Nach der Annahme
des Sanierungsplans ist Stefan Pierer jedenfalls bei der KTM AG
endgültig aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Co-CEO legte sein
Vorstandsmandat zurück, CEO Gottfried Neumeister hat damit die
alleinige Führung.
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer: "Tag der Hoffnung"
"Es ist heute sicherlich ein Tag der Hoffnung", sagte
ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zur Wiederaufnahme
der Produktion bei KTM am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF. Doch
die Lage bleibe herausfordernd: Es geht "jetzt darum, stabile
Investorenlage herzustellen". Befürchtungen, dass der
Motorradhersteller seine Produktion in Zukunft stärker nach Indien
verlagern könnte, zeigen laut Hattmannsdorfer die "Umwälzungen, vor
denen die Wirtschaft" mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit in
Europa und Österreich stehe.
ker/ver/tpo/fel
 ISIN  AT0000KTMI02
 WEB   www.pierermobility.com


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