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KTM-Werk im Innviertel produziert wieder

17.03.2025, 09:02:00

Insolvenz aber noch nicht überstanden - Investorensuche läuft - "Tag der Hoffnung" für Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer (ÖVP)

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Nach Produktionsstart, Statement Wirtschaftsminister
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Beim Motorradhersteller KTM in Mattighofen
(Bezirk Braunau) ist am Montag die Produktion, die seit 13. Dezember
stillgestanden war, wieder gestartet worden. Ganz überstanden ist
die Insolvenz noch nicht: Der Sanierungsplan wurde von den
Gläubigern zwar angenommen und eine Geldspritze des indischen
Miteigentümers Bajaj ermöglicht das Hochfahren des Werks, aber die
Suche nach einem Investor läuft noch.
Vorerst stehen die Zeichen jedoch auf Optimismus: Die vier
Produktionslinien sollen am Montag zumindest im Einschichtbetrieb
starten. Dessen Vollauslastung will man innerhalb von drei Monaten
erreichen. Die Produktion wird Schritt für Schritt aufgenommen, hieß
es bei KTM. Am Anfang stehen alltägliche Tätigkeiten der
Motorradproduktion - Warenanlieferung und -inspektion, diverse
Vormontagen, Start des Muster- und Prototypenbaus. Auch die gesamte
globale Lieferkette muss wieder aktiviert werden. Die ersten
Motorräder dürften dann ab Donnerstag vom Band laufen.
Investorensuche läuft weiter
Der Start ist finanziert, nachdem Bajaj 50 Mio. Euro zugeschossen
hat. Bis Ende März sind weitere 100 Mio. Euro nötig, um den Betrieb
im April und Mai zu sichern. Die 30-prozentige Gläubigerquote -
insgesamt 600 Mio. Euro - muss bis 23. Mai ausbezahlt werden. Für
Letzteres braucht es aber einen Investor. Dazu läuft ein geordneter
Suchprozess, bei dem es mehrere Interessenten geben soll.
Zwar sickerten zuletzt immer wieder Namen durch, wie etwa Stephan
Zöchling, Miteigentümer des Auspuffherstellers Remus und neuer
Aufsichtsratschef der KTM-Mutter Pierer Mobility, oder BMW - der
Autobauer hat sich jedoch offenbar bereits wieder aus dem Rennen
genommen. Wirklich belastbare Informationen dazu gibt es aber nicht.
Nur so viel: Es gebe "großes Interesse" und alle Interessenten, die
noch im von der Citibank geführten Prozess verblieben seien, hätten
Interesse am Erhalt des Standorts, hatte KTM-CEO Gottfried
Neumeister nach der Annahme des Sanierungsplans durch die Gläubiger
versichert. Wer auch immer zum Zug kommt, wird noch
kartellrechtliche Genehmigungen abwarten müssen. Bis zur Freigabe
könnte man also auf Fremdkapital angewiesen sein.
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer: "Tag der Hoffnung"
"Es ist heute sicherlich ein Tag der Hoffnung", sagte
ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zur Wiederaufnahme
der Produktion bei KTM am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF. Doch
die Lage bleibe herausfordernd: Es geht "jetzt darum, stabile
Investorenlage herzustellen". Befürchtungen, dass der
Motorradhersteller seine Produktion in Zukunft stärker nach Indien
verlagern könnte, zeigen laut Hattmannsdorfer die "Umwälzungen, vor
denen die Wirtschaft" mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit in
Europa und Österreich stehe.
cgh/ver/ker/tpo
 ISIN  AT0000KTMI02
 WEB   www.pierermobility.com


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Quelle: APA