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Erhöhung der Bankenabgabe für Addiko-Chef "keine gute Idee"

06.03.2025, 11:47:00

Juranek: Eingriff in Kapital der Banken nicht der richtige Zugang für Budgetsanierung - Addiko-Gewinn 2024 gestiegen - Dividende ausgesetzt

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Komplett neu nach Pressegespräch
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Addiko-Chef Herbert Juranek kann der Erhöhung der
Bankenabgabe in Österreich nichts abgewinnen. Angesichts der
schwierigen Wirtschaftslage sei es "keine gute Idee", zur
Budgetsanierung in die Kapitalausstattung der Banken einzugreifen,
so der Manager am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Die Addiko
selbst betreibe in Österreich außer hier gehaltener Einlagen kein
operatives Geschäft, daher "würden wir es unfair finden, wenn wir
eine Bankensteuer zahlen müssten".
Die Addiko Bank ist auf Märkte in Zentral- und Osteuropa
spezialisiert. Dort werde das Geschäft entsprechend versteuert,
sagte Juranek unter anderem mit Verweis auf eine Bankensteuer in
Slowenien. Grundsätzlich sei die Erhöhung der Abgabe in Österreich
aufgrund der aktuell niedrigen Kreditvergabeniveaus sowie der
anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten für ihn nicht der richtige
Zugang.
Wie viel die Abgabe der Addiko in Österreich heuer und nächstes
Jahr kosten wird, könne man derzeit noch nicht abschätzen, ergänzte
Finanzvorstand Edgar Flaggl. "Bis gestern war mir dazu keine
Berechnungslogik bekannt." Sollte die Berechnungsgrundlage der 2010
nach der Finanzkrise eingeführten Abgabe herangezogen werden bzw.
gleich bleiben, gäbe es derzeit allerdings "keinen Impact".
Gewinnplus im Geschäftsjahr 2024
Mit dem Geschäftsjahr 2024 zeigte sich Juranek "sehr zufrieden".
Der Gewinn nach Steuern kletterte gegenüber 2023 um 10 Prozent auf
45,4 Mio. Euro, wobei die Bank von höheren Zinseinnahmen
profitierte. So erhöhte sich das Nettozinsergebnis gegenüber 2023 um
6,5 Prozent auf 242,9 Mio. Euro, die entsprechende Nettozinsmarge
verbesserte sich auf 3,87 Prozent (2023: 3,75 Prozent). Das
Provisionsergebnis fiel mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 73 Mio.
Euro ebenso höher aus, was von der Bank hauptsächlich mit einer
Produktoffensive in den Bereichen Konten und Pakete sowie
Kreditkarten begründet wird.
Dividende für 2024 gestrichen
Dividende wird es für das Geschäftsjahr 2024 keine geben. Grund
sind die vielen Aktionärsrochaden und die damit unübersichtliche
Eigentümersituation in der jüngeren Vergangenheit, die wie berichtet
die EZB auf den Plan rief. Sie riet der Bank im vergangenen
Dezember, die Dividende auszusetzen. "Die Sichtweise der EZB hat
sich nicht verändert", meinte Juranek dazu. An der grundsätzlichen
Dividendenpolitik halte man allerdings fest, die Eigentümer hätten
auf die Aussetzung auch weitgehend mit Verständnis reagiert.
Auslöser der EZB-Empfehlung war eine Untersuchung zur serbischen
Alta Pay sowie der ebenso serbischen Diplomat Pay, die als verbunden
gelten. Mit dem Einstieg der Diplomat Pay kamen die beiden
Gesellschaften auf eine qualifizierte Mehrheit, die der
Finanzmarktaufsicht (FMA) aber nicht bekanntgegeben wurde. Im August
stellte die Europäische Zentralbank daher die Stimmrechte für Alta
Pay und Diplomat Pay ruhend. Alta Pay hält knapp 10 Prozent der
Addiko-Aktien. Diplomat Pay hat seine Anteile (ebenso knapp 10
Prozent) mittlerweile verkauft, wofür die Stimmrechtsblockade
unlängst aufgehoben wurde.
Ausblick angepasst
Ihren Ausblick hat die Bank auf Grundlage der aktuellen
Geschäftsentwicklung angepasst. Für 2025 und 2026 erwartet das
Unternehmen ein durchschnittliches Wachstum der
Bruttokundenforderungen um mehr als 7 Prozent pro Jahr, zuvor war
das Unternehmen von 6 Prozent ausgegangen. Das Nettobankergebnis
soll 2025 um etwa 2 Prozent, 2026 dann um mehr als 5 Prozent
wachsen.
tpo/hel
 ISIN  AT000ADDIKO0
 WEB   https://www.addiko.com/


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